Ultraschall

Ultraschall

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Pferdeklinik Sottrum West
Dr. M. Paar
(Fachtierarzt für Pferde)

Direkt zu folgenden Unterpunkten:

>>> Geräteausstattung, PACS, Patienten-CD und
        E-Mail

>>> Diagnostische Möglichkeiten
>>> Sehnen, Sehnenscheiden, Gelenke, Bänder ...
>>> Lunge und Brustfell
>>> Herz
>>> Magen, Darm und Bauchfell
>>> Leber, Milz, Nieren
>>> Biopsieentnahmen
>>> Harnblase
>>> Nabel beim Fohlen
>>> Auge
>>> Geschlechtsapparat bei der Stute
>>> Zwillingsmangement in der Frühträchtigkeit, TUA
>>> Geschlechtsapparat beim Hengst

Es stehen zwei moderne, hochauflösende und leistungsstarke Ultraschallgeräte zur Verfügung. In Abhängigkeit von der Struktur oder dem Organ, das untersucht werden soll, kommen verschiedene Ultraschallsonden (Linear, Konvex, Microkonvex, Sektor, Endolinear) mit unterschiedlichen Eindringtiefen (2,8 - 12,0 MHz) zur Anwendung. Beide Ultraschallgeräte sind mit Farbdoppler-Technik ausgestattet.

Die Geräte sind in das Bildarchivierungsprogramm PACS (Picture Archiving and Communication System) der Klinik eingebunden. Die Ultraschallbilder werden von den behandelnden Tierärzten an ihren Arbeitsplätzen in Ruhe ausgewertet und mit dem Patientenbesitzer besprochen. Ultraschallbilder und -sequenzen können auf eine Patienten-CD gebrannt werden oder per E-Mail dem Haustierarzt zur Verfügung gestellt werden.

Es können Sehnen, Anteile von Gelenken, Muskelgewebe und Knochenoberflächen ebenso dargestellt werden wie innere Organe (z.B. Herz und Lunge, Magen und Darmanteile, Leber, Milz, Nieren und Harnblase, Nabelstrukturen, Gebärmutter, Eierstöcke, Hoden und Nebenhoden oder die Strukturen des Auges. Dadurch ist die Ultraschalluntersuchung nicht nur in der Reproduktionsmedizin und der Orthopädie ein unverzichtbares Hilfsmittel, sondern auch in den anderen Fachgebieten wie der Inneren Medizin, der Kolikdiagnostik, der Fohlenmedizin oder der Augenheilkunde.

In der Orthopädie bietet die Ultraschallschalluntersuchung die Möglichkeit mit einem vergleichsweise geringem Mehraufwand wesentliche Informationen über Sehnen und Sehnenscheiden, Gelenke oder Bänder zu erhalten. Neben dem Einsatz in der bildgebenden Diagnostik ist die Ultrasonographie auch zum Hilfsmittel bei ultraschallgeleiteten und -kontrollierten Punktionen und örtlichen Injektionsbehandlungen (u. a. Behandlung der kleinen Wirbelsäulengelenke und Sehnenbehandlungen) geworden. Mehr Informationen zum Einsatz in der Orthopädie finden Sie auch auf unserer Seite zur Lahmheitsdiagnostik und Lahmheitsbehandlung.

Die Ultraschalluntersuchung der Lunge und des Brustfells ist bei Verdacht auf das Vorliegen einer Lungenentzündung, bei Fieber unbekannter Ursache oder nicht zu erklärenden Unterbrustödemen als Ergänzung des Untersuchungsganges sinnvoll. Dies gilt insbesondere bei Fohlen. So können Aussagen zur Art und zum Ausmaß von Gewebeveränderungen oder eines möglichen Ergusses in der Brusthöhle gemacht werden. Weitere diagnostische Schritte können eingeleitet werden (z. B. die ultraschallgeleitete Punktion eines Abszesses oder die Gewinnung von Brusthöhlenflüssigkeit). Außerdem kann das therapeutische Vorgehen gelenkt werden, wie bei dem Ablassen der Brusthöhlenflüssigkeit (Thoraxdrainage). Je nach Größe und nach ihrer Lage in der Brusthöhle lassen sich auch Tumoren ultrasonographisch darstellen.

Mehr zur ultrasonographischen Abklärung von Herzerkrankungen und Herznebengeräuschen erfahren Sie auf unserer speziellen Seite hierzu.

Die Ultraschalluntersuchung der Bauchhöhle erfolgt von außen durch die Bauchdecken (transkutan) und soweit möglich von dem Mastdarm (transrektal) aus. Sie ist im Rahmen der Kolik-Untersuchung nicht nur beim Fohlen und Pony angezeigt (keine oder nur eingeschränkte Möglichkeit zur rektalen Untersuchung), sondern kann auch beim Großpferd eine sinnvolle Ergänzung des Untersuchungsganges darstellen. Es werden Informationen zum Füllungszustand, der Wandbeschaffenheit und der Motilität des Magens und einzelner Darmabschnitte gewonnen werden. Veränderungen der Bauchhöhlenflüssigkeit sind zu erkennen.

Desweiteren sind die großen inneren Organe (Leber, Milz und Nieren) ultrasonographisch zugänglich. Die Ultraschalluntersuchung ermöglicht genauere Aussagen zur Beschaffenheit der der Organe: Größe, Struktur, Zubildungen ... Besteht zum Beispiel eine Leberschwellung oder ist die Leber geschrumpft? Leidet das Pferd an Gallengangssteinen oder Nierensteinen? Gibt es Hinweise für das Vorliegen einer Milztumors oder -abszesses? Dies sind beispielhaft Fragestellungen, die durch eine Ultraschalluntersuchung abgeklärt werden können.
Nachteil der Ultraschalluntersuchung von Leber, Milz oder Nieren ist, dass das Haarkleid meistens zur Verbesserung der Bildqualität im Bereich der doch relativ großen Untersuchungsfenster geschoren besser noch rasiert werden sollte. Bei Pferden und Ponys in gutem Nährzustand wird die Bilddarstellung durch das Fettgewebe deutlich erschwert.

In speziellen Indikationen kann die Entnahme von Organbiopsien zur weiterführende Diagnostik (Gewebeuntersuchung, bakteriologische Untersuchung) angezeigt sein. Vorher müssen Risiko und Nutzen einer Biopsieentnahme abgewägt werden. Durch die kombinierte Anwendung der Ultrasonographie (inkl. der Farbdopplertechnik) und eines speziellen, automatischen Biopsieinstrumentes (Pro-Mag Ultra Automatic Biopsy Instrument) ist die Organtraumatisierung bei Biopsieentnahmen an Leber, Milz und Lunge gegenüber rein manuellen Entnahmetechniken reduziert. Bei der Entnahme von Nierenbiopsien ist wegen den Besonderheiten der Gefäßversorgung von einem deutlich höheren Risiko auszugehen.

Zur ultrasonographische Untersuchung des Harnapparates gehört die Untersuchung der linken Niere (von transrektal und transkutan) sowie der rechten Niere (von transkutan), der Harnleiter und der Harnblase. Chronisches Nierenversagen, Auffälligkeiten bei der rektalen Untersuchung im Bereich der Nieren und ungeklärter Schmerz der Lendenregion stellen Indikationen zur Ultraschalluntersuchung. Harndrang und blutiger Harnabsatz können Hinweis auf das Vorliegen eines Harnblasensteins oder von Nierensteinen sein. Weitere "Einsichten" kann die Spiegelung der Harnröhre und der Harnblase bringen.
Mehr zur Ultraschalluntersuchung der Harnblase bei Harnblasenrupturen und des Nabels bei Nabelentzündungen des Fohlens finden Sie auf unserer Seite zur Fohlenmedizin.

In der Augenheilkunde ist die Ultraschalluntersuchung in vielen Fällen unverzichtbar. Dies trifft insbesondere zu, wenn sonst transparente Anteile des Augapfels getrübt sind, und dadurch dahinter liegende Abschnitte mit dem Augenspiegel nicht eingesehen werden können. Bei Patienten mit Trübungen von Hornhaut oder Linse, einem Erguss in der vorderen Augenkammer oder einer Verklebung der Pupille in enger Stellung sind durch die Ultraschalluntersuchung trotzdem Aussagen über eventuelle krankhafte Veränderungen von Linse, Glaskörper und Netzhaut möglich. Dies ist wichtig, um die Behandlung genau auf den Patienten abzustimmen. Außerdem sind diese Informationen entscheidend für eine bessere Einschätzung der Prognose.
Weitere Indikationen stellen die vergleichende Größenmessung des Augapfels, Einblutungen in das Auge, intraokuläre Tumoren oder hinter dem Augapfel liegende raumfordernde Prozesse dar.

In der Gynäkologie werden bei gesunden Stuten die Eierstöcke und die Gebärmutter im Rahmen der Voruntersuchung zur Belegung (Kontrolle der Geschlechtsorgane) und zur Terminierung der Bedeckung oder Besamung (Zyklusansprache) sowie in der Trächtigkeitsdiagnostik routinemäßig ultrasonographisch untersucht. Bei Problemstuten ist die Ultraschalluntersuchung ein unverzichtbares Hilfsmittel in der Diagnostik.

Flüssigkeitsansammlungen in der Gebärmutter, Verdickungen und Veränderungen der inneren Auskleidung der Gebärmutter sind Anzeichen für eine gestörte Selbstreinigung und / oder Gebärmutterentzündung. Im Rahmen chronischer Umbauvorgänge (Endometritis/Endometrose-Komplex) in der Gebärmutterschleimhaut können auch sogenannte Endometriumzysten auftreten. Erreichen diese Endometriumzysten eine gewisse Größe können sie negative Auswirkungen auf die Trächtigkeitsrate haben. Außerdem erschwert das Vorkommen von Endometriumzysten die Diagnostik der frühen Trächtigkeit, da eine Verwechslungsmöglichkeit mit einer Fruchtanlage besteht. Mehr zu der transendoskopische Behandlung von Endometriumzysten finden Sie auf unserer Seite zur Hochfrequenzchirurgie (Radiofrequency-Surgery).

Die Trächigkeitsuntersuchung mit Ultraschall dient nicht nur der möglichst frühen Überprüfung des Belegungserfolges (ab Tag 15) sondern auch dem frühzeitigen Erkennen von Zwillingsträchtigkeiten. Zwillingsträchtigkeiten führen bei der Stute im fortgeschrittenen Stadium in der Regel zu Aborten, Totgeburten oder zur Geburt lebensschwacher Fohlen. Je früher Maßnahmen zur Reduktion einer Zwillingsträchtigkeit ergriffen werden, um so größer sind die Aussichten für den Erhalt der einzelnen, verbleibenden Fruchtanlage. Die manuelle Kompression kann bei der Lage der Fruchtanlagen in einem Horn bis Tag 16, und bei Lage in zwei Hörnern bis Tag 25 durchgeführt werden.
Als besonderes Verfahren zum Management von Zwillingsträchtigkeiten können wir in unserer Klinik die die ultraschallgeleite Punktion und Aspiration der zweiten Fruchtanlage über die Scheide (TUA, Transvaginale-ultraschallgeleitete Punktion/Aspiration) durchführen. Dieses Verfahren stellt derzeit die Methode der Wahl zur Reduktion von Zwillingsträchtigkeiten von Tag 30-35 dar. Hierbei wird unter Ultraschallkontrolle über einen speziell konstruierten Ultraschallsondenträger mit integrierter Punktionsvorrichtung über die Scheide die zweite Fruchtanlage punktiert. Dieses moderne Verfahren erlaubt auch die sichere Punktion persistierender, anovulatorischer Follikel am Eierstock.

Zahlenmäßig sind Ultraschalluntersuchungen der äußeren und inneren Geschlechtsorgane der Hengste natürlich viel seltener als bei den Stuten. Aber in der Diagnostik von Hoden- und Nebenhodenveränderungen (Hodentumoren, Hoden- und Nebenhodenentzündungen ...), Veränderungen im Bereich des Hodensacks (Leistenbruch ...) und der Diagnostik von Klopphengsten (Lage der Hoden in der Leiste oder in der Bauchhöhle?) kann die Ultrasonographie ebenfalls wertvolle Dienst leisten.

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