Kolik

Kolikdiagnostik und -behandlung, Kolikchirurgie

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Pferdeklinik Sottrum West
Dr. M. Paar
(Fachtierarzt für Pferde)

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Kolik beim Pferd kann Ausdruck einer lebensbedrohenden Erkrankung sein. Unsere Klinik verfügt über jahrzehntelange, breite Erfahrung in der konservativen und chirurgischen Behandlung von Kolikpatienten. Das Vermeiden von unnötigem Zeitverlust und das zielgerichtete Vorgehen entscheiden wesentlich über die Überlebenschancen des erkrankten Pferdes und die Kosten einer Behandlung. In unserer Klinik steht rund um die Uhr ein Operationsteam aus einem Kolikchirurgen, einer Assistenz und einem Anästhesisten bereit.

Zur Einschätzung und Behandlung von Magen- und /oder Darmerkrankungen bedarf es einer umfassenden Diagnostik: Die konservative Kolikbehandlung der in der Regel bereits vom Haustierarzt vorbehandelten erkrankten Pferde ist sehr verantwortungsvoll, zeitintensiv und personalaufwendig.
Grundvoraussetzungen für eine konservative Kolikbehandlung sind die Möglichkeit zur rund um die Uhr Betreuung Tag und Nacht und eine ständige Operationsbereitschaft der Klinik bei Pferden mit Operationserlaubnis, so dass bei Verschlechterung des Zustandes ein unnötiger Zeitverlust vermieden werden kann. Labormedizinische Notfallparameter müssen sofort zur Verfügung stehen.
Koliken, die in der Regel konservativ zu behandeln sind, sind die meisten Krampfkoliken, Dickdarmverstopfungen und primären Aufgasungen. Durch die konservative Behandlung gelingt es uns, ca. zwei Drittel der Kolikpatienten eine Kolikoperation zu ersparen.


Hierbei kommen je nach Erkrankung folgende Behandlungsmaßnahmen zur Anwendung:
  • Entleerung des Magens über die Nasenschlundsonde
  • Verabreichung von unterschiedlich drastischen Abführmitteln
  • Injektion entkrampfender und die Darmtätigkeit anregender Medikamente
  • das Abgasen des Blinddarms durch Punktion von der Flanke
  • die Stützung des Kreislaufs durch Gabe von Infusionen
  • das kontrollierte Wälzen der Pferde
  • Massenklysmen von rektal
  • die Verabreichung von Medikamenten, die auf die Magenschleimhaut wirken.
Kolikchirurgie

Die Kolikoperation beim Pferd kann heute als eine Standardoperation mit einem Operationserfolg von 70-80 % angesehen werden. Voraussetzung hierfür ist die rechtzeitige Indikationsstellung und das handwerkliche Geschick des Kolikchirurgen. In unserer Klinik werden pro Jahr über 100 Kolikoperationen durchgeführt. Beide Abdominalchirurgen können auf eine über zwanzigjährige Erfahrung in der Bauchhöhlenchirurgie verweisen.
Neben dem chirurgischen Eingriff ist die mehrtägige, intensivmedizinische, postoperative Betreuung des Patienten entscheidend für den erfolgreichen Ausgang. Der ursprüngliche Gesundheitszustand und Leistungsvermögen werden bei 90 % der erfolgreich operierten Pferde wieder erreicht. Die Sterblichkeit entspricht einer gesunden Pferdepopulation und nur ca. ein Fünftel der operierten Pferde ist nach einer Operation kolikanfälliger als vorher.
Trotz dieser positiven Zahlen darf nicht unerwähnt bleiben: ein Teil der Kolikpatienten muss wegen Aussichtslosigkeit intraoperativ eingeschläfert werden, es kommt bei einem Teil der Pferde postoperativ zu schweren Komplikationen mit der Notwendigkeit zu einem erneuten Eingriff, nicht alle Pferde überleben, es können Wundheilungsstörungen und Venenentzündungen auftreten...


Rezidivierende Kolik

Die Ursachen wiederholter, in unregelmäßigen oder regelmäßigen Zeitabständen auftretender Kolik sind vielfältig. Sie müssen nicht immer im Magen-Darm-Trakt liegen.
Der Zeitaufwand für die Diagnostik ist erheblich, weswegen die Pferde zur Abklärung einige Tage stationär aufgenommen werden. Auf eine ausführliche Erhebung des Vorberichtes wird Wert gelegt. Unter den oben genannten Diagnostika kommen der wiederholten rektalen Untersuchung, der Gewinnung und Untersuchung der Bauchhöhlenflüsssigkeit, der Magenspiegelung und der Ultraschalluntersuchung besondere Bedeutung zu. Oft bringen diätetische Maßnahmen und/oder Haltungsänderungen Besserung.
Zur weiteren Diagnostik besteht in der Klinik auch die Möglichkeit zur Bauchhöhlenspiegelung (Laparoskopie). Die Bauchhöhlenspiegelung wird in der Regel am stehenden, sedierten Pferd durchgeführt. Es handelt sich um ein minimalinvasives Verfahren. Für die Optik und die Instrumente werden als Zugang ca. 2-3 cm lange Schnitte in der Flanke oder in den letzten Zwischenrippenräumen gemacht. Außer zu diagnostischen Zwecken kann z.B. bei wiederkehrender Dickdarmverlagerung über das Milz-Nieren-Band der Milznierenraum laparoskopisch verschlossen werden.
Die Probelaparotomie (Diagnostische Bauchhöhleneröffnung) in Allgemeinnarkose sollte nur der letzte Ausweg sein.

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