Magenspiegelung, Zwölffingerdarmspiegelung

Magenspiegelung, Zwölffingerdarmspiegelung

Zur Startseite
Pferdeklinik Sottrum West
Dr. M. Paar
(Fachtierarzt für Pferde)

Direkt zu folgenden Unterpunkten:

>>> Gastroskop
>>> Endoskop
>>> Videoendoskopie
>>> Magenspiegelung
>>> Speiseröhre
>>> Zwölffingerdarm
>>> Vorbereitung auf die Gastroskopie
>>> Magenschleimhautentzündung
>>> Magengeschwüre
>>> Risikofaktoren

Viele Pferde leiden heutzutage an Magenbeschwerden, wobei die Magengeschwüre besonders beim Sportpferd ein großes Problem darstellen. Durch eine Magenspiegelung können der Magen und die angrenzenden Strukturen, also die Speiseröhre in Richtung Maul und der Zwölffingerdarm in Richtung Darmausgang, beurteilt werden. Die Untersuchung erfolgt am stehenden, sedierten Patienten.

Dazu stehen bei uns in der Klinik ein flexibles Endoskop mit kleinem Durchmesser (1,0 cm) für Fohlen und ein besonders langes (Länge 3,50 m) flexibles Gastroskop für ausgewachsene Großpferde zur Verfügung. Beide Geräte verfügen über eine Chipkamera mit der Möglichkeit zur Videoaufzeichnung.

Auf einem Monitor kann der Pferdebesitzer die Untersuchung live mitverfolgen. Gleichzeitig wird sie zur Dokumentation aufgezeichnet. Dabei werden Standbilder und auch Videosequenzen mittels eines auf die Bedürfnisse der Veterinärmedizin zugeschnittenem PACS (Picture Archiving and Communication System) archiviert. Die Bilder und Videosequenzen können zusätzlich für den Besitzer auf eine Patienten-CD gebrannt werden oder per e-mail zum Beispiel dem Haustierarzt zur Verfügung gestellt werden.

Die Durchführung einer Magenspiegelung (Gastroskopie) ist einer diagnostisch-therapeutischen Medikation auf Verdacht überlegen, da sie die Diagnose sichert. Erst durch die Untersuchungsergebnisse ist es möglich, die richtigen Medikamente auszuwählen und definitive Aussagen zur Dauer der Medikamentengabe zu machen. Auch die eventuell notwendige Änderung von Haltung und Fütterung kann erst nach Erheben der krankhaften Befunde beurteilt werden. In schweren Fällen ist eine gastroskopische Nachuntersuchung zur Kontrolle des Behandlungserfolges angezeigt.
Alles dies spart letzten Endes Geld, denn Magenmedikamente sind teuer. Außerdem hilft eine falsche oder zu früh abgebrochene Behandlung dem kranken Pferd nicht.

Zur Vorbereitung auf die Gastroskopie müssen erwachsene Pferde mindestens 18 Stunden gehungert haben. Das bedeutet den absoluten Entzug von Futter bei Aufstallung auf einer blanken Box oder mit Maulkorb. Die Aufnahme von Wasser ist bis 2 Stunden vor der Gastroskopie erlaubt. Wenn ein dringender Verdacht auf Magengeschwüre besteht, sollten Vorbereitung und Gastroskopie unter der Wirkung von Medikamenten erfolgen. Damit können negative Auswirkungen der Untersuchung vermieden werden.

Fohlen mit Magengeschwüren liegen häufig in Rückenlage, saugen zu wenig und mit Unterbrechungen, speicheln und knirschen mit den Zähnen. In der akuten Phase sieht man oft Kolik und Durchfall. Dagegen kommt es bei chronischen Problemen zu einem schlechten Entwicklungsstand, struppigem Haarkleid und aufgedunsenem Bauch.
Fohlen weisen eine hohe Anfälligkeit für Magenschleimhautentzündungen auf. Sie können im Rahmen von schweren Durchfallerkrankungen (z.B. bei Rotavirus-Infektionen) schwere bis tötliche Magengeschwüre mit irreparablen Veränderungen entwickeln. Der Stress des Absetzens und zu große Gaben von Krippenfutter sind weitere Auslöser.

Beim erwachsenen Pferd sind verschiedene Symptome zu beobachten: wiederkehrende Koliken, schlechtes oder wählerisches Fressen, schlechter Allgemeinzustand mit Gewichtsverlust, Leistungsschwäche, Zähneknirschen, Speicheln, übler Geruch aus dem Maul, Mattigkeit und Wesensveränderungen. Die Hauptrisikofaktoren für das Entstehen einer Magenschleimhautentzündung sind extreme Trainingsbelastung und falsche Fütterung mit einem Mangel an Raufutter, zuviel Energie und zu wenig Mahlzeiten. Stress, z.B. bei Krankheit, Schmerz, Transport oder durch Trennung von Sozialpartnern, und auch die Gabe von Entzündungshemmern fördern ebenfalls das Auftreten von Magengeschwüren.

Differentialdiagnostisch können andere Erkrankung wie chronische Magendilatationen, Tumoren, Erkrankungen am Magenausgang (Pylorus) und Veränderungen im vorderen Abschnitts des Zwölffingerdarms (Duodenoskopie) erkannt werden. Bei besonderen Indikationen kann in Magen oder Duodenum transendoskopisch eine Schleimhautbiopsie genommen werden. Diese wird dann histologisch untersucht.

>>> Zurück zur Ausstattungsübersicht.