Brusthöhlenspiegelung, Bauchhöhlenspiegelung

Brusthöhlenspiegelung, Bauchhöhlenspiegelung

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Pferdeklinik Sottrum West
Dr. M. Paar
(Fachtierarzt für Pferde)

Direkt zu folgenden Unterpunkten:

>>> Technik und Kooperation
>>> Diagnostische Laparoskopie
>>> Laparoskopische Ovarektomie
>>> Laparoskopische Kastration des abdominalen
        Kryptorchiden

>>> Laparoskopischer Verschluss des
        Milz-Nieren-Raumes



Bei der Bauchhöhlenspiegelung (Laparoskopie) handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren (Schlüssellochtechnik). Es wird in der Regel am stehenden, sedierten Pferd durchgeführt. Für das Laparoskop (Kamera) und die Instrumente werden als Zugang ca. 2-3 cm lange Schnitte in der Flanke oder in den letzten Zwischenrippenräumen gemacht. Aufgrund des großen apparativen und personellen Aufwandes sind laparoskopische Eingriffe in der Regel kostenaufwendiger als konventionell-chirurgische Eingriffe.

Wir freuen uns, dass wir bei dieser relativ jungen Operationstechnik mit Herrn Priv. Doz. Dr. Claus Bartmann einen eigenen Spezialisten im Hause haben. In bestimmten Indikationen besteht darüber hinaus die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit Herrn Priv. Doz. Dr. Michael Röcken, der ebenfalls als ein national und international angesehener Spezialist auf dem Gebiet der Bauchhöhlenspiegelung beim Pferd gilt.

Als Diagnostische Laparoskopie findet das Verfahren Anwendung bei wiederkehrender (rezidivierender Kolik), Abmagerung und Verdacht auf anatomische Veränderungen (z.B. Verwachsungen oder Massen). Die Untersuchungsmöglichkeit wird hierbei aber dadurch eingeschränkt, dass laparoskopisch im Stehen nur die Veränderungen im oberen, visuell zugänglichen Anteil des Bauches beurteilt werden können. Die Diagnostische Bauchhöhleneröffnung (Probelaparotomie) in Allgemeinnarkose und Rückenlage mit Schnittführung in der Mittellinie der Bauchdecke hat daher auch heute noch nicht ausgedient.

Beim Vorliegen eines Ovarialtumors ist die Laparoskopische Ovarektomie im Stehen ein alternatives Verfahren zum konventionell-chirurgischen Vorgehen in Allgemeinnarkose. Hierdurch kann die Rekonvaleszenz deutlich verkürzt und dem Pferd das Narkoserisiko erspart werden. Bei größeren Tumoren hat ein konventionell-chirurgisches Vorgehen in Allgemeinnarkose (Flankenschnitt oder Schnitt in der Mittellinie der Bauchdecke) unverändert seine Berechtigung.

Die laparoskopische Kastration des abdominalen Kryptorchiden (Klopphengst mit Lage von Hoden und Nebenhoden in der Bauchhöhle) bleibt in unserer Klinik speziellen Indikationen vorbehalten. So können eine nicht erfolgreich durchgeführte Voroperation, fehlende oder unpräzise Informationen zu Voroperationen, besondere anatomische Verhältnisse, ein erhöhtes Narkoserisiko oder der Besitzerwunsch Anlass zur Wahl dieser Operationstechnik geben. Ansonsten wird in unserer Klinik seit Jahrzehnten erfolgreich ein konventionell-chirurgisches Verfahren zur Kastration der Klopphengste in Allgemeinnarkose angewandt. Es ist wenig traumatisierend, mit wenig diagnostischem Aufwand verbunden, bietet ein hohes Maß an Sicherheit und ist kosteneffizient. Die Durchführung des Eingriffs in Allgemeinarkose gewährleistet außerdem die angemessene Versorgung des Kastrationsstumpfes und der Kastrationswunde auf der meist normal entwickelten Gegenseite.

Zur Verhinderung wiederkehrender Verlagerungen des Dickdarms (Kolons) in den Milz-Nieren-Raum besteht die Möglichkeit zum laparoskopischen Verschluss des Milz-Nieren-Raumes am stehenden Pferd. Einschränkend muss jedoch gesagt werden, dass durch den Verschluss des Milz-Nieren-Raumes zwar einer Verlagerung über den Milz-Nieren-Raum vorgebeugt werden kann, andere Verlagerungen und eine Dickdarmdrehung (Torsio coli) können nicht verhindert werden.

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