Overgroundendoskopie

Overgroundendoskopie (Endoskopie in der Bewegung/ Belastungsendoskopie)

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Pferdeklinik Sottrum West
Dr. M. Paar
(Fachtierarzt für Pferde)

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Abnorme Atemwegsgeräusche und/oder unerklärliche Leistungsschwächen sind eine Indikation für die Overgroundendoskopie.

Obwohl eine Endoskopie in Ruhe für viele Fragestellungen wichtig ist, treten viele Probleme der oberen Atemwege nur beim Training eines Pferdes auf oder können sich während des Trainings verschlimmern. Eine dynamische Endoskopie konnte bisher nur durchgeführt werden, wenn das Pferd auf einem Laufband arbeitete. Die neueren Overgroundendoskopie-Systeme verringern den Aufwand deutlich. So ist die Belastungsendoskopie sehr hilfreich für die Diagnose der meisten Probleme der oberen Atemwege.

Die Overground-Endoskopie ermöglicht eine Untersuchung der Atemwege unter normalen Belastungsverhältnissen einschließlich des Einflusses des Reiter. Die Pferde können mit dem Endoskop sogar in Renngeschwindigkeiten laufen, ohne dass dadurch die Leistung beeinflusst wird. So ist eine Auswertung der Befunde bei der Geschwindigkeit und Distanz möglich, in der das Pferd normalerweise gearbeitet wird. Die Pferde tolerieren das sicher befestigte Endoskop in der Regel ohne Probleme. Sicherheit und Zuverlässigkeit der Overground-Endoskopie bei Rennpferden, Vollblut- und Fahrpferden wurde erstmals 2009 von Desmaizieres LM et. al. untersucht und belegt. Seit dieser Studie hat sich diese diagnostische Möglichkeit auch bei Sport- und Freizeitpferden als sicher und effektiv erwiesen.

Das Endoskop wird am Zaumzeug des Pferdes befestigt und die Aufnahmebox an einer Schabracke, die unter einen Sattel oder unter ein Renngeschirr passt, so dass das Pferd mit seinem eigenen Sattel arbeiten kann. Auf einem Handmonitor kann die Untersuchung während der Bewegung betrachtet werden. Das Video wird gleichzeitig aufgezeichnet zur weiteren Auswertung in Zeitlupe, um subtile Anomalien zu erkennen.

Mögliche Anomalien der oberen Atemwege, die mit Hilfe einer Overgroundendoskopie besser diagnostiziert werden können, sind:
  • Kehlkopfpfeifen (Hemiplegia laryngis)
  • Subluxation der Spitze des Proc. corniculatus
  • Axialabweichung der Plica aryepiglottica
  • Rostrale Verschiebung des Gaumenbogens
  • Dynamischer Pharynxkollaps
  • Epiglottisretroversion
  • Dorsalverlagerung des Gaumensegels (DDSP)
  • Palatinale Instabilität
  • Kollaps der Luftröhre
Nicht alle Veränderungen der oberen Atemwege erfordern ein Eingreifen. Die Entscheidung über die Therapie wird in Abhängigkeit von Schweregrad und Art der Veränderung sowie von Alter und Verwendungszweck des Pferdes getroffen. Typische Eingriffe bei den oben genannten Erkrankungen sind Ventrikulokordektomie, Tie-Back, Tie-Forward und Durchtrennung oder Resektion der Schleimhaut im weichen Gaumen. Alle diese Eingriffe werden in der Pferdeklinik Sottrum West entweder im Stehen - mittels transendoskopischer LASER-Chirurgie - oder in Vollnarkose durch unsere Spezialistin auf diesem Gebiet, DVM C. Bodaan , DACVS, Fachtierärztin für Pferdechirurgie, durchgeführt.

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